2000 Kilometern mit dem Kajak und dem Fahrrad

Follow the River

2 Männer  |  2 Beine  |  2000 Kilometer

Ihre Reise hatte Dominic Kläy und Rüdiger Böhm sie von der Aareschlucht über die Aare in den Rhein und nach Rotterdam und zurück geführt. «Es ist schön, wieder in der Heimat zu sein, und dass wir es geschafft haben», so der Hünibacher Dominic Kläy gegenüber dieser Zeitung. «Wir freuen uns, ist alles gut gegangen, sind aber auch etwas wehmütig, weil die schöne Zeit nun vorbei ist.»

Mit dem Projekt seien Kläy und Böhm sehr zufrieden: «Wir haben das gefunden, was wir gesucht hatten: eine Herausforderung, die uns zwang, Hindernisse zu umgehen. Wir wollten zeigen, dass man Lösungen finden kann, wenn nicht alles wie geplant läuft. Und dass man akzeptieren muss, wenn man an seine Grenze kommt. Wenn man aber dranbleibt, dann klappt es.»

Grenzerfahrung und sportliche Inklusion vorgelebt

Quelle: followtheriver .

Rüdiger Böhm hatte mit 27 Jahren beide Beine verloren und läuft seither mit Prothesen. Dieser Umstand hätte die beiden Sportler vor weitere Herausforderungen gestellt, wie Kläy erzählt. «Bei den Schleusen haben uns nicht alle Arbeiter durchgelassen. Da mussten wir zu Fuss ringsum gehen. Das war für uns nicht ganz einfach, da Rüdiger in den Rollstuhl und ich die beiden Boote aus dem Wasser nehmen musste.» Darum ging es den beiden Mentalcoaches auch: zu zeigen, dass sie es trotz dieser Herausforderungen im Team schaffen.

Während das Kajak für Kläy die grössere Herausforderung darstellte, hatte Böhm mehr Mühe mit der Fahrrad- als mit der Flussreise: «Rüdiger macht seit 20 Jahren alles mit den Armen, deshalb fiel es mir mit dem Kajak schwerer als ihm. Mit dem Handbike war es für ihn schwieriger, weil es langsamer vorangeht», wie Kläy sagt. Im Vorfeld ihrer Reise hatten die beiden geplant, Geld für Swiss Handicap zu sammeln. Dies sei aber schwieriger gewesen als vorgesehen: «Wir waren oft alleine auf dem Rhein und hatten wenig Zeit, uns unterwegs mit anderen Leuten auseinanderzusetzen. Wir konnten etwas sammeln, aber der Betrag ist fast nicht erwähnenswert.» Die beiden hätten aber ein Zeichen gesetzt: «Die Grundidee ist angekommen. Wir waren auch sehr viel auf den sozialen Medien präsent und konnten so unsere Botschaft verbreiten.»

«Wir wollen die Inklusion weiter nach aussen tragen, wir sind noch nicht am Ziel. Wir wollen nun alles setzen lassen und dann sehen, was wir gelernt haben. Unsere Erkenntnisse und unser Fazit wollen wir dann mit den Menschen teilen.», so Kläy. Der geplante Dokumentarfilm zum Projekt soll Ende Jahr fertig werden, die Premiere im 2018 stattfinden.

Quellen und weitere Informationen

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